Bewerbung

Langfristig planen ist die erste Regel.

Möglichst anderthalb Jahre im Voraus sollte man mit der Informationsbeschaffung anfangen, vor allem was Förderprogramme betrifft.

Die besten Stipendien haben die längsten Vorlaufzeiten, wesentlich länger als Bewerbungsfristen für Studienplätze. Das Fulbright-Stipendium hat mit 15 Monaten die längste Vorlaufzeit. Bewerbungsfristen für Studienplätze liegen bei den meisten Universitäten zwischen Januar und April, bei Spitzenuniversitäten teilweise noch früher. Einige Hochschulen haben keine festgelegten Bewerbungsfristen (open admission).

Semesteraufenthalte

Für ein Studiensemester bewerben Sie sich als "non-degree / visiting student", d.h. nicht abschlussorientiert. Da Semesteraufenthalte an vielen Hochschulen nur im Rahmen von Austauschprogrammen möglich sind, sollte vorher geklärt werden, ob die Hochschule Ihrer Wahl eine solche Bewerbung grundsätzlich akzeptiert. Vorlaufzeiten sind flexibel, planen Sie 6-12 Monate ein. Bewerbungsanträge für ein Semesterstipendium des DAAD müssen dem DAAD spätestens fünf Monate vor Antritt, d.h. am 1. September bzw. 1. März vorliegen.

Kriterien für die Vorauswahl

Nutzen Sie die Gelegenheiten für ein Gespräch mit USA-erfahrenen Professoren, Studienberatern und Kommilitonen. Einen möglichst systematischen Überblick verschaffen Sie sich im Internet. Folgende Quellen helfen Ihnen bei der Suche nach Universitäten für Ihr Studienfach:

  • Studiengänge im Ausland (DAAD-Ländersuche) (Datenbank für die Suche speziell nach Graduate-Studiengängen)
  • Peterson - EducationUSA Database, für die Suche nach undergraduate bzw. graduate Programs
  • Studiengebiete (Linksammlung der Studienberatung USA)

Auswahl geeigneter Hochschulen

Oft werden Sie feststellen, dass eine unüberschaubare Anzahl von Hochschulen Ihr Studienfach anbietet. Zunächst geht es also darum, diese Zahl soweit einzugrenzen, dass man damit umgehen kann. Folgende Kriterien spielen bei der Vorauswahl eine Rolle:

  • Studieninhalte: vergleichen Sie die Kursangebote. Prüfen Sie die Kursbeschreibungen (course descriptions) und achten Sie auf die Kursnummern: 1xxx-4xxx steht für undergraduate, 5xxx-9xxx für graduate!
  • Achten Sie ggf. auch auf die fachlichen Voraussetzungen (course prerequisites), die für einen bestimmten Kurs erfüllt sein müssen.
  • Selectivity, competitiveness... oder: wie schätze ich meine Chancen richtig ein? Jede Hochschule hat ihr eigenes, von vielen Faktoren abhängiges Anforderungsprofil. Daher sind auch die Chancen auf Zulassung, selbst bei ähnlich erscheinenden Universitäten, durchaus unterschiedlich. Indikatoren sind: die verlangte Mindestpunktzahl in den Testergebnissen das Verhältnis der Zulassungen zur Anzahl der eingegangenen Bewerbungen (in Prozent) Student-faculty ratio... oder: Wieviele Studierende kommen auf eine Lehrkraft (faculty member)? Dieses Zahlenverhältnis sagt viel aus über die Betreuung der Studierenden.
  • Kosten: hier gilt der Grundsatz: das Teuerste ist nicht immer das Beste. Studiengebühren von 20.000 Dollar und mehr (bei einer Bandbreite von ca. 5.000 bis 30.000 Dollar) werden auch im Rahmen von Stipendien selten gewährt.
  • Akkreditierung: sehr wichtig und bei Direktbewerbungen sorgfältig zu beachten! Einzelheiten im Kapitel Akkreditierung.
  • Größe der Hochschule: für Graduate-Bewerbungen sind meist die größeren Hochschulen vorteilhaft, da ihr Studienangebot umfangreicher und daher vielfältiger ist.
  • Geographie, Klima

Die Bewerbungsunterlagen

Haben Sie etwa fünf Hochschulen in die engere Wahl gezogen, erbitten Sie die Bewerbungsunterlagen direkt per email, oder laden Sie diese aus dem Internet. Beachten Sie, dass es unterschiedliche Formulare gibt für Undergraduate- bzw. Graduate-Bewerbungen, für internationale Bewerber und teilweise auch für kurze Aufenthalte von 1 bis 2 Semestern (non-degree).

Die Bewerbung für einen Studienplatz in den USA ist mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden. Nicht allein auf die Zensuren kommt es an. Sie müssen die Hochschule auch von ihrem persönlichen Potential überzeugen und dafür Ihre Motivation und Zielvorstellung schriftlich darlegen. Neben den ausgefüllten Bewerbungsformularen ist eine ganze Reihe zusätzlicher Unterlagen erforderlich. Hier finden Sie Übersetzungshilfen. Motivationsschreiben (Statement of Purpose): ein Essay, in dem Sie Ihr Studienvorhaben, Ihre Motivation und Zielvorstellung auf englisch erläutern. Er soll ein individuelles, persönliches Bild von Ihnen vermitteln. Lassen Sie Ihr Denken in größeren Zusammenhängen erkennen, jedoch nicht durch allgemeine Feststellungen, sondern durch reflektierte Schlussfolgerungen aus eigenen, konkreten Erfahrungen und Beobachtungen.

Finanzierungsnachweis

Der Finanzierungsnachweis bezieht sich normalerweise auf die Gesamtkosten für ein Studienjahr, vorgegeben von der Universität und meist aus den Vordrucken ersichtlich. Etwa 10.000 bis 12.000 Dollar Lebenshaltungskosten jährlich sollte man einkalkulieren. Hinzu kommen die Studiengebühren. Vorliegen muss der Nachweis über die Finanzierungsquelle (z.B. Stipendienträger, persönliche Ersparnisse, Bankkonto der Eltern) mit dem zur Verfügung gestellten Betrag. Mehrere Teilbeträge aus verschiedenen Quellen sind okay. Wichtig sind die Unterschriften der Geldgeber, ggf. mit Stempel.  Eine amtliche Bürgschaft, das Affidavit of Support auf Vordruck der US-Einwanderungsbehörden, wird verlangt, wenn die Bürgschaft von einem Verwandten in den USA übernommen wird.

Zeugnisse in beglaubigter Übersetzung und Kopie

Vergewissern Sie sich zuerst, ob eine mehr oder weniger selbst angefertigte Übersetzung mit Beglaubigung durch das Prüfungsamt, das Studentensekretariat, das Akademische Auslandsamt oder den Sprachdozenten Ihrer Hochschule ausreicht. Viele Universitäten verlangen eine Übersetzung mit Beglaubigung durch einen beeidigten Übesetzer. Namen erhält man bei den Amtsgerichten oder aus den Gelben Seiten. Zunehmend werden auch sogenannte Credential Evaluation Agencies eingeschaltet. Diese bewerten ausländische Zeugnisse und stellen Gutachten/Empfehlungen für die amerikanische Universität aus. Die Kosten dafür tragen die Bewerber.

Übersetzungshilfen

Eine Gegenüberstellung deutscher und amerikanischer Noten finden Sie hier, erstellt von WES, einer anerkannten Organisation für die Evaluierung ausländischer Zeugnisse.

Offizieller Nachweis der Studienleistungen (official transcript)

Ein Transcript ist eine maschinell und chronologische Leistungsübersicht mit genauer Kursbezeichnung, Anzahl der Wochenstunden und Noten. Falls dies an Ihrer Hochschule nicht erhältlich ist, erstellen Sie selber eine solche Übersicht für jedes Semester auf englisch (Summary of Academic Coursework) und lassen es mit Stempel beglaubigen. Zusätzlich empfohlen ist evtl. ein Notenspiegel und eine Kurzdarstellung Ihres Studiengangs (Hauptabschnitte, Prüfungsvoraussetzungen), in der Sie deutlich machen, welche Punkte Sie bereits erfüllt haben und wann. Übersetzungshilfen.

Testergebnisse

Die Tests rechtzeitig absolvieren, da sie ein Teil der Bewerbung und für die Zulassung ein wichtiger Faktor sind.

Bewerbungsgebühr

Sie liegt etwa zwischen 40 und 100 Dollar und muss bei Direktbewerbungen als Dollarscheck oder als Kreditkarteninformation beiliegen. Überweisungen sind unüblich. Die Gebühr ist nicht erstattungsfähig. Ein Gesundheitszeugnis mit Impfbescheinigung wird bei Bewerbern aus Westeuropa eher selten verlangt.

Nach der Zulassung

Wenn Sie nach sechs bis acht Wochen den Zulassungsbescheid erhalten, antworten Sie darauf schriftlich, ob Sie die Zulassung annehmen oder nicht. Mit dem Zulassungsbescheid, spätestens aber nach Ihrer schriftlichen Zusage, wird Ihnen die Hochschule das Visumvordokument (I-20 oder DS-2019) zuschicken. Damit können Sie als letzten Schritt endlich Ihr Visum beantragen.

Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, wo Sie im Housing Office der Hochschule nach Unterkunftsmöglichkeiten (auf dem Campus oder außerhalb?) fragen können. Grundsätzlich hilft das International Office in diesen wie in anderen nicht-akademischen Fragen, einschließlich Visum- und Aufenthaltsbestimmungen, gerne weiter.

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