
Gerade für kürzere Aufenthalte sowie Master- und Ph.D.-Studiengänge gibt es zahlreiche Stipendien. Und Geld für Kost und Logis muss man bekanntlich auch in Deutschland aufbringen. In jedem Fall lohnt es sich zu vergleichen. Teurer ist nicht immer gleich besser. Und die beste Ausbildung ist nicht immer gleich die teuerste.
Studiengebühren (Tuition)
Die Studiengebühren machen den weitaus größten Teil der Kosten aus. Aber hier gibt es auch die größten Unterschiede. Egal, ob College oder Universität, die teuersten Hochschulen in den USA kosten bis zu $40,000 pro Jahr allein an Studiengebühren. Übrigens: Weder Harvard, Yale noch Princeton schaffen es unter die 50 teuersten Universitäten. Alle drei nehmen weniger als $40,000 (Quelle: U.S. News and World Report). Günstiger wird es oft, wenn man sich für kleinere öffentliche Unis entscheidet. Das geht nicht immer zu Lasten der Qualität. Viele kleinere, regionale Universitäten mit hervorragendem Ruf veranschlagen "nur" etwa $12,000 bis $18,000. Am günstigen sind so genannte Community Colleges, die allerdings für deutsche Studierende meist nicht interessant sind, da sie keine höheren Abschlüsse anbieten. Hier beginnen die Preise für Studiengebühren schon bei rund $3,000 pro akademisches Jahr.
Semesterbeiträge (Fees)
Während die Studierenden in den USA mit der Tuition die Lehre bezahlen, sind die so genannten Fees vergleichbar mit dem Semesterbeitrag, den man an deutschen Universitäten bezahlt. Doch auch hier gibt es große Unterschiede. Vom Fitnesscenter über Hochschulsport bis zur Krankenversicherung, vom Wireless-Netzwerk auf dem gesamten Campus bis zur Football-Mannschaft – alles das wird durch die Fees zumindest zum Teil bezahlt. In manchen Fällen kommen da gerne nochmal $4,000 pro Jahr zusammen. Die meisten Unis veranschlagen diese Beiträge als Teil der Tuition. Verhandelbar sind sie nie.
Kost und Logis (Room and Board)
Undergraduates, besonders Freshmen (erstes Jahr am College auf dem Weg zum B.A.) haben oft keine Wahl: Sie sind verpflichtet, auf dem Kampus zu essen und zu wohnen. Im Paket kommen da schnell $10,000, in Großstädten auch $15,000 pro Jahr zusammen (Harvard 2010/11: $14,370). Allerdings sind die Studierenden dann auch komplett versorgt. Für die älteren Semester und besonders für Graduate Students gibt es meist andere Bedingungen: Sie müssen nicht mehr auf dem Campus wohnen und essen. Für Graduate Students gibt es meist sogar separate Wohnheime. Billiger wird es dadurch aber nicht unbedingt, denn Mieten und Kosten für Mahlzeiten sind oft den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Mit subventionierten Mensen sollte man in den USA nicht rechnen.
Bücher
Der stark verschulte Undergraduate-Bereich setzt nach wie vor auf so genannte Textbooks, also klassische Lehrbücher, die Stoff vermitteln sollen und dementsprechend teuer sind. Mit knapp $2,000 sollte man hier rechnen. Ob es später billiger wird, kommt auf den Studiengang, Spezialisierung und das Wohlwollen der Professoren an. Viele Dozenten wissen um die finanziellen Nöte ihrer Studenten und arbeiten mit Kopien und Zusammenfassungen, gerade im Graduate Bereich kann man zusätzlich viel Geld sparen, wenn man Bücher online bestellt oder gebraucht kauft. Ausnahmen sind oft die Professional Schools. In den Law Schools beispielsweise sind $1,000 pro Semester keine Seltenheit.
Krankenversicherung
Studenten, die nur für ein Semester oder ein Jahr an eine amerikanische Uni gehen, können sich meist mit dem Abschluss einer deutschen Auslandskrankenversicherung von der Versicherung der US-Uni befreien lassen. Wer allerdings langfristig bleiben will, muss sich unter Umständen in die Hände der US-Versicherung begeben. Die Kosten hierfür liegen meist bei rund $1,300 bis $1,800 pro akademisches Jahr.
Sonstige Ausgaben
Schon bereits vor der Abreise gibt es einige Kosten, die einmalig bezahlt werden müssen.
Die Vergabe des Visums an sich kostet etwa 100 Euro. Hinzukommt die Anreise in eine US-Botschaft (Berlin, Frankfurt und München). Je nach Wohnort kann diese recht teuer werden und gegebenenfalls mit einer Hotelübernachtung verbunden sein.
Für die Visum-verbundene SEVIS-Gebühr fallen einmalig 110 Euro an.
Die Meisten US-Hochschulen verlangen die Vorlage des TOEFL-Tests, dessen Gebühr bei $225 liegt. Hinzu kommt die Anreise zu einem ETS-Toefl Center mit ggf. Hotelübernachtung.
Außerdem verlangen die Hochschulen eine einmalige Bewerbungsgebühr, die meist zwischen $40 und $100 liegt.
Schließlich gilt es, den Flug zu buchen. Je nach Saison kostet ein one-way Ticket von Deutschland zur Ost-Küste etwa 300-350 Euro, bis zur Westküste sind es etwa 600+ Euro.
Alles in allem sollte man mit einmalig anfallenden Kosten in Höhe von mindestens 1000 Euro noch vor der Abreise rechnen.